Feb 23 2010

Neue Abo-Abzocker lauern im Internet / top-of-software.de

Category: AllgemeinesShadow @ 14:06

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor einer neuen Abzock-Falle im Internet. Die Internet-Seite top-of-software.de verspricht kostenlose Software-Downloads. Der Nutzer muss sich nur registrieren, doch sobald er das tut, hat er ein einen teuren Abo-Vertrag am Hals. Schnell kommt eine Rechnung und bald danach eine Mahnung. Letztere soll den Nutzer einschüchtern, damit er ohne zu zögern bezahlt. Auch der Betreiber der Abo-Falle ist wohl kein Unbekannter.

Bei der Verbraucherzentrale häufen sich die Beschwerden wegen fragwürdiger Rechnungen des Internetportals top-of-software.de. Betreiber ist die Antassia GmbH mit Sitz in Mainz. Wer die kostenlosen Download nutzen möchte, muss sich zuerst registrieren. Wer dabei nicht genau aufpasst, übersieht schnell den Kostenhinweis und geht einen Abo-Vertrag ein. Das Abo kostet 96 Euro pro Jahr und gilt für zwei Jahre. Der volle Betrag von 192 Euro ist sofort fällig. Der HInweis auf die Kosten ist zwar vorhanden, aber bewusst nicht deutlich hervorgehoben. Der Kunde soll hier also eine Pauschale für Downloads bezahlen, die er bei allen seriösen Seiten wie etwa Softwareload gänzlich kostenlos erhält.

Bekannte Software soll in die Falle locken

Wie immer wird mit sehr bekannter und beliebter Software wie OpenOffice, der VLCPlayer oder Acrobat Flash Player geworben, um Nutzer zu ködern. Auf der Startseite werden keine Kosten erwähnt, nur beiläufig auf der Registrierungsseite und zusätzlich in den AGB. Der Rechnung folgen schnell Mahnschreiben des Anwalts Olaf Tank. Der ist bereits für seine Tätigkeit für andere dubiose Firmen bekannt, zu denen unter anderem die Content Services Ltd. gehört. Diese Firma ist Betreiber der bekannten Abo-Falle Opendownload.de. Die deutliche Ähnlichkeit zwischen top-of-software.de und opendownload.de legt die Vermutung nahe, dass hinter der Antassia GmbH tatsächlich die gleichen Betreiber stecken, die auch für opendownload.de verantwortlich sind.

Rechnung und Mahnung per E-Mail

Wie die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz mitteilt, erhalten die Opfer Rechnung und Mahnung per E-Mail. Auf diese zu antworten ist nicht möglich, denn anscheinend ist die Rückantwortfunktion bewusst blockiert. Damit erschweren es die Betreiber der Seite ihren Opfern, auf die Rechnung und Mahnung zu reagieren. Die Verbraucherschutzzentrale Rheinland-Pfalz rät: “Lassen Sie sich durch Rechnungen und Mahnschreiben der Firma nicht einschüchtern. Weisen Sie die Zahlungsaufforderungen des Anbieters mit der Begründung zurück, dass kein rechtskräftiger Vertrag zustande gekommen ist.” Auf der Internetseite der Verbraucherzentrale steht ein entsprechendes Musterschreiben zur Verfügung.

Vorbeugung gegen Abzocker

Sie können sich aktiv gegen Abofallen und ähnliche Abzocker schützen. Zum einen beispielsweise mit der Browser-Erweiterung WOT, die vor bekannten Abofallen und weiteren Internet-Gefahren warnt. Vor allem aber mit gesundem Menschenverstand. Bleiben Sie skeptisch. Schauen Sie sich eine Webseite gründlich an und lesen Sie das Kleingedruckte, bevor Sie sich irgendwo registrieren. Schauen Sie auch mal ins Impressum und die AGB einer Seite. Hat der Betreiber einen deutschen Firmensitz? Oder verbirgt er sich irgendwo im Ausland, wo der Firmensitz außerhalb deutscher Verbraucherschutzgesetze liegt? Zu einem Betrug gehören immer zwei: Der Betrüger und der, der darauf reinfällt. Eine gesunde Skepsis kann Sie bereits vor einem Großteil der Abzockerseiten schützen

Quelle

Nachtrag 25.3.2010
Die Verbraucherzentrale Hessen warnt vor dem Internetangebot der Seite www.top-of-software.de. Wer auf der Suche nach kostenloser Software im Internet nicht aufpasst, landet rasch auf der Seite der Antassia GmbH mit Sitz in Mainz. Wer dort eine Anmeldemaske mit seinen persönlichen Daten ausfüllt, erhält wenig später eine Rechnung über 96 Euro, weil angeblich ein Abovertrag mit zweijähriger Laufzeit abgeschlossen wurde. Der Betrag für das erste Jahr soll innerhalb einer Woche überwiesen werden. Die Verbraucherzentrale Hessen rät: nicht zahlen und sich auch von nachfolgenden Mahnungen und Rechtsanwaltsschreiben nicht einschüchtern lassen.

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4 Anworten zu “Neue Abo-Abzocker lauern im Internet / top-of-software.de”

  1. a.voelker says:

    Hallo,
    auch ich habe von denen eine Mahnung bekommen ohne mich angemeldet zu haben. Vermutlich stammen meine Daten aus einem Datenklau oder von einer anderen Webseite. Klarer Datenmißbrauch, oder von Opendaownload, denn von denen bekam ich letztes Jahr auch solche Mahnungen, aber habe nie bezahlt.
    Grüße
    arno

  2. chris says:

    Hallo, ich habe nach der Mahnung nun ein Anwaltsschreiben bekommen. Ich werde natürlich nicht zahlen.

  3. Shadow says:

    Hi,
    ich musste eben schmunzeln als ich Post erhalten hab.
    Ich hab ja den Artikel hier eingestellt.

    Jetzt hat mein minderjähriger Sohnemann ein Mahnschreiben bekommen, drauf steht Rechnung vom 15.2.10.

    Keine Rechnung erhalten.

    Also erstmal getrost zur Seite legen und folgt ein neues Schreiben wird Strafanzeige erstellt.

    LG Shadow

  4. sonnenschein says:

    Die Luft hat gebrannt, als die Mahnung kam. Unser ebenfals minderjähriger Sohn hatte am Tag des angeblichen Vertragsabschlusses gar keinen Zugang zum Internet.
    Und da wir hier erfahren, dass es Methode hat….
    Wir werden Ostern jetzt doch genießen.

    LG sonnenschein

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